Torsten Reinwald
Pressesprecher
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23.05.2013, 03:37 Uhr
7. August 2008 Bonn (djv)
Fahrlässige Tötung durch weggeworfenen Joghurtbecher: Der Vorwurf klingt skurril, hat jedoch einen ernsten Hintergrund. Jedes Jahr kommen viele Wildtiere durch achtlos entsorgten Verpackungsmüll ums Leben. Der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) appelliert deshalb an Naturfreunde, ihren Abfall draußen nicht liegen zu lassen, damit Fuchs, Hase oder Wildschwein unbeschadet bleiben.
Ob Reste vom Grillfest oder Überbleibsel eines Picknicks im Grünen – besonders in den Sommermonaten hinterlassen viele Menschen gedankenlos ihre Spuren in Feld, Wald und Flur. “Die meisten wissen nicht, dass von ihren Abfällen eine große Gefahr für die Tierwelt ausgeht”, erklärte DJV-Präsident Jochen Borchert. Bestes Beispiel: der Joghurtbecher. Er kann schnell zur tödlichen Falle zum Beispiel für den Fuchs werden, dessen Schnauze bei der Futtersuche in dem Kunststoffgefäß stecken bleibt. Sein qualvoller Hungertod ist die Folge. Auch in Eimern, Plastikflaschen und -tüten sowie Konservendosen laufen Wildtiere Gefahr, zu ersticken. In zurückgelassenen Schnüren und Schlingen, Plastikbändern oder Kabelbindern verheddern sich Reh, Hirsch und Co. oft so sehr, dass sie sich nur noch beschwerlich und unter großen Schmerzen fortbewegen können. Klein, aber extrem gefährlich sind Gummibänder: Sie schnüren nicht nur Gliedmaßen ab, sondern legen sich auch leicht um die Zunge eines Tieres. Für Vögel sind menschliche Abfälle nur scheinbar nützlich. Insbesondere das Recycling von Kunststoffresten beim Nestbau kann tödlich enden. Denn das Plastik dichtet das Nest so sehr ab, dass Wasser nicht mehr ablaufen kann und die jungen Grünschnäbel in ihren Nestern ertrinken.
Zu buchstäblich brenzligen Situationen können herumliegendes Glas und Kronkorken führen: An den scharfkantigen Gegenständen fügen sich nicht nur viele Tiere Schnittwunden zu, die oft zu schweren Infektionen führen. Die Scherben wirken zudem im Sonnenlicht wie ein Brennglas – Waldbrände sind nicht selten die Folge.
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