Torsten Reinwald
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24.05.2013, 18:38 Uhr
28. Oktober 2008 Stuttgart (ljv/djv)
Die Jäger im Landesjagdverband Baden-Württemberg begrüßen außerordentlich, dass im Rahmen eines Generalwildwegeplans auch vorgesehen ist, dem Rothirsch wieder Wanderungen zu ermöglichen. “Wir fordern gleichzeitig, damit auch die derzeitige “Isolationshaft” für das Rotwild, der größten frei lebenden Wildart im Land, zu beenden. Wir unterstützen es, die Ansprüche wandernder und ziehender Wildtiere im Rahmen eines Generalwildwegeplans zu berücksichtigen.” sagte Landesjägermeister Dr. Dieter Deuschle heute in Stuttgart. “Damit finden die Arbeiten über Wildwanderwege in Baden-Württemberg, die mit ideeller und finanzieller Unterstützung der Jäger im Land durchgeführt wurden, endlich Eingang in ein übergeordnetes Planungswerk, das auf die konkrete Verkehrsplanung im Land Einfluss nimmt.”
“Dass bei der Weiterentwicklung des Straßen- und Schienennetzes im Land in Zukunft – endlich – vermehrt die Belange von Wildtieren berücksichtigt werden, ist höchste Zeit, so Klaus Lachenmaier, Wildbiologe des Landesjagdverbandes. “Auf Initiative des Landesjagdverbandes hat schon 2001 die Überlinger Erklärung diese Forderung aufgestellt. Trotz einzelner Grünbrücken über Straßenneubauten fehlt bisher ein grundsätzliches Konzept zur Berücksichtigung von Wildwanderwegen, wie es in Nachbarländern wie Schweiz, Österreich, Niederlande bereits damals existierte. Hinzu kommt: Wenn das Land bei den Wanderwegen “A” sagt, muss es auch bei der Wiederbesiedlung von Wildarten im Land – sei es Rothirsch, Gämse oder vielleicht bald Wolf, “B” sagen und sowohl Wanderungen als auch die Besiedlung weiterer Lebensräume zulassen. Dies gilt insbesondere für den Rothirsch, der derzeit nur in fünf so genannten Rotwildgebieten auf lediglich 4% der Landesfläche geduldet wird, wie es eine 50 Jahre alte Verordnung vorschreibt. Die fünf weit voneinander getrennten Gebiete sollen möglichst über Wanderrouten und weitere Lebensräume so vernetzt werden, dass der genetischen Verarmung in Isolationshaft vorgebeugt werden kann”, so Lachenmaier.
Die Vernetzung von Wildlebensräumen haben die Jäger beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Blick. Derzeit laufen Planungen für verschiedene Verkehrswege, etwa der Ausbau der Rheintalbahn zwischen Ortenau und Basel, die Hochrheinautobahn A 98 und die gebündelte Trasse von Bahn und A 8 zwischen Aichelberg und Ulm, die allesamt wichtige Wildlebensräume voneinander abschneiden. Hier sind Querungshilfen an den neuralgischen Punkten unabdingbar. Ein Generalwildwegeplan bringt deshalb auch für die Verkehrswegeplanung einen erheblichen Fortschritt. Konfliktbereiche können bereits früh erkannt und durch planerische Konsequenzen gemildert oder verhindert werden. Das spart Zeit und Geld bei der Planung neuer Verkehrsinfrastruktur.
Die Jäger haben durch Meldung von tausenden Wildunfällen zur Kartierung der Unfallschwerpunkte beigetragen. Sie engagieren sich in einem landesweiten Programm des Landesjagdverbandes zur Reduzierung von Wildunfällen.


Torsten Reinwald
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