djv-newsroom

Einfach tierisch, diese Rekorde!

Aus dem Stand heraus so hoch wie ein Fußballtor (2,20 Meter) springen und beim Laufen eine Geschwindigkeit von 67 Kilometern pro Stunde erreichen – das können Sie ohne schlechtes Gewissen Ihrer Großmutter erzählen! Denn diese Spitzenleistungen sind zwar phantastisch, aber ganz gewiss nicht märchenhaft. Allerdings handelt es sich nicht um menschliche, sondern um buchstäblich tierische Rekorde – vom Mufflon und vom Rothirsch.

Siegen, um zu überleben

In Feld, Wald und Flur erklimmen wilde Athleten jeden Tag den sportlichen Olymp. Medaillen spielen bei Wildschwein, Hase und Co. jedoch selbstredend keine Rolle: Sie müssen ganz einfach siegen, um zu überleben. So fliegen beispielsweise Rebhühner mit 85 und Tauben mit 70 Kilometern pro Stunde deutlich schneller als ihr Feind, der Habicht (42 Stundenkilometer). Doch nicht nur hier hat der Greifvogel das Nachsehen – sämtliche heimische Kleinvögel hängen ihn im Wettflug spielend leicht ab. Der Eisvogel bringt es auf 58 Kilometer pro Stunde, weshalb das menschliche Auge den Vogel im Flug nur sehr schwer verfolgen kann. Oft ist nur das kurz im Licht blau aufblitzende Gefieder wahrnehmbar. Buchfinken sind nur unwesentlich langsamer: Sie schaffen 52 Kilometer pro Stunde. Sogar der etwas behäbig wirkende Spatz ist mit 45 “Sachen” in der Luft schneller unterwegs als der Habicht.

© Foto: S. Hofschlager/pixelio (www.pixelio.de)

Von wegen lahme Ente!

Von lahmen Enten kann in der Disziplin “Reisen im Normalflug” keine Rede sein: Immerhin belegen die heimischen Krickenten mit 120 Kilometern pro Stunde den zweiten Platz vor dem Star mit 81 Stundenkilometern. Den Schnabel deutlich vorn hat mit 150 Kilometern pro Stunde Reisegeschwindigkeit der Mauersegler. Doch auch die Leistung der Stockenten kann sich sehen lassen: Sie sind mit 77 Kilometern pro Stunde unterwegs. Einsame Spitze im Sturzflug ist der Wanderfalke, der sich mit 290 Sachen auf seine Opfer stürzt.

Fliegermeilen

Den Rekord im “Vielfliegen” hält die Küstenseeschwalbe. Der Zugvogel, der in nordeuropäischen Gefilden brütet und das Winterhalbjahr in der Antarktis verbringt, legt jährlich 36.000 Kilometer zurück – und umrundet damit sozusagen fast die Erde, die einen Umfang von 40.000 Kilometern hat.

Wildes Wettrennen

Am Boden gewinnt der Rothirsch den tierischen Schnelllauf mit einer durchschnittlichen Laufgeschwindigkeit von 67 Kilometern pro Stunde knapp vor dem Feldhasen mit 65 Kilometern. Selbst der schnellste menschliche Läufer hätte mit etwa 36 Stundenkilometern keine Chance. Sogar ein relativ behäbig wirkendes Wildschwein würde mit 55 Sachen mühelos an ihm vorbeiziehen.

Der Frosch springt allen davon

In der Disziplin Weitsprung müsste ein 1,70 Meter großer Mensch mindestens 56 Meter weit springen, um dem Springfrosch das Wasser reichen zu können. Zwar liegt dessen Bestmarke lediglich bei zwei Metern. In Relation zur Körperlänge springt der Frosch jedoch die 33-fache Distanz. Silber geht beim wilden Weitsprung an die Waldmaus, die das Achtfache ihrer Größe springt (70 Zentimeter) und Bronze an das Mauswiesel: 1,20 Meter – also das Sechsfache seiner Körperlänge – schafft das kleinste Raubtier der Erde. Im Hochsprung steht der Floh, der 150 Mal höher springt als er selbst groß ist, unangefochten auf Platz eins. Wollten die Menschen dem bissigen Winzling Konkurrenz machen, müssten sie mit einem Satz mindestens bis an die Kölner Domspitzen kommen.

Am schwersten trägt die Ameise

Ihren Triumph in der Klasse “Fliegengewichte” hat sich die Ameise beim Gewichtheben im wahrsten Sinne des Wortes schwer verdient: Sie schafft es, das Sechs- bis Siebenfache ihres eigenen Körpergewichtes zu stemmen! Um sich mit dem Insekt messen zu können, müsste ein Mensch, der 60 Kilogramm auf die Waage bringt, zwei Mittelklasse-Wagen über dem Kopf balancieren.

Tierisches Blutdoping

Übrigens ist es in der Tierwelt absolut legal, die körperliche Fitness mittels “Blutdoping” zu verbessern, wie die in Zentral- und Südasien lebenden Streifengänse zeigen. Der rote Blutfarbstoff der Zugvögel – das Hämoglobin – ist anders als bei Säugetieren oder anderen Vögeln in der Lage, bei niedrigem Druck schnell Sauerstoff aufzunehmen. Dank dieses biologischen Tricks schaffen es die Tiere problemlos, Hochgebirge von 7.000 bis 10.000 Metern zu überfliegen.

Weitere Informationen

Kostenloses Fotomaterial zu Wildtieren finden Journalisten im Foto-Archiv.