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21.05.2013, 18:14 Uhr
Auch, wenn uns beim Blick auf das Thermometer der Gedanke an Frühlingsgefühle eher träumen lässt, hat der Lenz durchaus schon begonnen. In der heimischen Tierwelt geht es phasenweise bereits recht wild zu. Besonders beim Schwarzwild lässt sich der ein oder andere neugierig aus dem Kessel, der Kinderstube der Wildschweine, ragende Rüssel entdecken.
Zwischen vier und acht Frischlinge bringt die Bache, die weibliche Wildsau, pro Jahr zur Welt. Der possierliche Nachwuchs erblickt oft schon im Januar das graue Winterlicht im gut versteckten Geburtskessel. Rund 120 Tage dauert die Tragzeit des Muttertieres. Bereits sehend und behaart mit gestreiftem Fell, bringen die Jungen satte zwei Pfund auf die Waage. Gut getarnt und kaum vom erdfarbenen Waldboden zu unterscheiden, begeben sich die Kleinen früh auf Entdeckungstour. Für die Bache beginnt jetzt die Zeit der wilden Sauerei. Das Internet-Angebot des Deutschen Jagdschutz-Verbandes (DJV) bietet intime Einblicke in die Kinderstube des Schwarzwildes. Live dabei sein und selbst zum Kameramann werden können Naturfreunde und Interessierte per Online-Pirsch unter www.wildtiere-live.de .
Naturliebhaber und Waldspaziergänger sind in den Monaten Januar bis April gut beraten, sich den Tieren nicht zu nähern. Ein Schritt zu nah, und aus dem treu sorgenden Mutterschwein wird eine rasende Wildsau. Das Borstenvieh, wenn auch mit bis zu 80 Kilogramm Lebendgewicht üppig ausgestattet, kann auf kurzer Distanz immerhin die Geschwindigkeit eines Pferdes erreichen. Der DJV rät daher, immer auf den Wegen zu bleiben und Hunde anzuleinen. Sollte es trotz aller Rücksicht zu einer Begegnung Aug´ in Aug´ mit den Schwarzkitteln kommen, heißt es Ruhe bewahren und einen weiten Bogen um die Rotte Sauen zu schlagen.
So dumm, wie die Sau gemeinhin betrachtet wird, ist sie bei weitem nicht. Der Mensch selbst trägt seit geraumer Zeit dazu bei, dass sich Wildschweine auch in seiner Nähe vermehrt wohlfühlen. Da werden die ach so niedlichen Tiere durch Futterauslagen von Städtern gelockt, da bieten sich den Vierbeinern in Gärten auf leicht zugänglichen Komposthaufen gleich mehrgängige Menüs auf einem Quadratmeter. Der natürlich Feind Nummer eins, der harte Winter, gehört inzwischen auch eher zur seltenen Spezies. Stattdessen tragen die milden Winter zu einer steigenden Population der Schwarzkittel bei. In Folge der klimatischen Bedingungen produzieren beispielsweise Buchen und Eichen vermehrt köstliche Früchte wie Eicheln und Bucheckern. Und letztlich lockt auch der vermehrte Anbau von Raps und Mais: Seit den 1950er Jahren ist die Anbaufläche um über 3.000 Prozent angewachsen, auf über 1,9 Mio. Hektar. In der Folge findet das Wildschwein zu jeder Zeit einen vollen Gabentisch vor.
Hier ist der Jäger gefordert, in dem er für eine Bestandskontrolle sorgt. So wurden in der Jagdzeit 2007 / 2008 über 477.000 Schwarzkittel erlegt. Das bedeutete eine Steigerung zum Vorjahr um über 66 Prozent – die dritthöchste, jemals in Deutschland erlegte Wildschweinstrecke.
Nachdem im Januar in einigen wenigen Bezirken Nordrhein-Westfalens die Schweinepest ausgebrochen ist, wird dort verstärkt Jagd auf junge Wildschweine gemacht. Sie gelten als Hauptüberträger der Schweinepest. Die Schweinepest ist eine für das betroffene Tier oftmals tödlich verlaufende Erkrankung, die mit hohem Fieber beginnt und mit Kreislaufversagen endet. Die Seuche ist für den Menschen absolut ungefährlich, unter Schweinen jedoch höchst ansteckend.
Oberstes Ziel der Jäger ist es, die Ausbreitung der Schweinepest auf Hausschweine haltende Betriebe zu verhindern. Ein Übergriff der Seuche würde für Bauern eine wirtschaftliche Katastrophe bedeuten. Neben erhöhtem Abschuss werden in den betroffenen Gebieten auch Impfköder als Präventionsmaßnahme ausgelegt.
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