
Foto: Frank Voigtländer
Bereits im Jahre 1980 hat der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz (LJV) die Aktion “Schaffung von Lebensraum für die freilebende Tierwelt” ins Leben gerufen. In den seither vergangenen 30 Jahren kaufte der LJV viele Grundstücke auf, um für die freilebende Tierwelt Lebensräume zu schaffen, vorhandene Rückzugsgebiete zu sichern und im Rahmen des Biotopverbundes Lebensräume miteinander zu vernetzen. Diese Grundflächen bleiben je nach Ausgangslage der natürlichen Sukzession überlassen oder werden durch die Bepflanzung mit standortgerechten Bäumen und Sträuchern zu wertvollen ökologischen Trittsteinen und Vernetzungselemente umgewandelt. Die Berufsjäger des LJV unterhalten, pflegen und betreuen in Zusammenarbeit mit den Revierpächtern die gestalteten Flächen.
Bisher wurden über 500.000 Bäume und Sträucher eingebracht, hinzu kommen Sämereien für eine üppige Kraut- und Wildblumenflora. Vorwiegend wurden folgende Baum- und Straucharten gepflanzt (modifiziert je nach Bodenbeschaffenheit): Heckenkirsche, Liguster, Öhrchenweide, Sanddorn, Purpurweide, Fasanenspiere, Weißdorn, Kreuzdorn, Hartriegel, Kornelkirsche, Wasserschneeball, Faulbaum, Salweide, Aschweide, Küblerweide, Traubenkirsche, Hundsrose, Knackweide, Haselnuss, Vogelkirsche, Pfaffenhütchen, Eberesche, Wildbirne, Wildapfel, schwedische Mehlbeere, Schneeball, Stieleiche, Wildrosenarten.
Nur durch die Schaffung und Sicherung von geeigneten Biotopstrukturen kann in unserer Kulturlandschaft eine ausgewogen Artenvielfalt bei Flora und Fauna erhalten werden. In zehn rheinland-pfälzischen Landkreisen wurden solche Aktionen durchgeführt. Der Schwerpunkt liegt jedoch in den ausgeräumten Landschaften Rheinhessens, den Kreisen Alzey-Worms und Mainz-Bingen und den stark agrarisch geprägten Kreisen Kusel und Donnersbergkreis.
Allein in den letzten drei Jahren kaufte der LJV mehr als zehn Grundstücke mit einer Gesamtgröße von fast 30.000 Quadratmetern in verschiedenen Landkreisen. So sind mittlerweile zusammen mit dem Vogelschutzgehölz an der LJV-Geschäftsstelle über 600.000 Quadratmetern (60 Hektar) Land aufgekauft und zu wertvollen Lebensräumen für die freilebende Tierwelt umgewandelt worden. Für den Kauf der Grundstücke hat der LJV bisher weit über 300.000,- Euro aufgewendet, nahezu vollständig aus eigenen Mitteln aufgebracht. Nicht mitgerechnet sind die Tausende Arbeitsstunden, die die örtlichen Jäger bei den Pflanzungen und der Pflege der Grundstücke geleistet haben. Projektträger ist der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V.
Neben den Naturschutzleistungen des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e. V. wenden die rheinland-pfälzischen Jäger in ihren über 4.000 Revieren im Durchschnitt pro Revier etwa 1.000 Euro jährlich für Äsungsverbesserungsmaßnahmen auf; auch von diesen Leistungen profitieren alle Tier- und Pflanzengemeinschaften. Nach dem Verständnis der Jäger, ist als wirkungsvoller Artenschutz in erster Linie der Biotopschutz zu verstehen. In der Bundesrepublik Deutschland gehen pro Tag cica 100 Hektar Lebensraum für die freilebenden Tierwelt verloren. Nur durch die Schaffung und Sicherung von entsprechenden Biotopen kann in unserer Kulturlandschaft eine wünschenswerte Artenvielfalt bei Fauna und Flora erhalten werden. Die rheinland-pfälzischen Jäger erbringen mit ihren Aktivitäten wertvolle Naturschutzleistungen.