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Aktionsplan Auerhuhn Baden-Württemberg - Projekt Auerwildhegeberater

Bild Auerhahn (Fotos Erich Marek) Noch rund 330 Hähne balzen im Schwarzwald. Die Jäger wollen, dass es wieder mehr werden.

In Deutschland beherbergt der Schwarzwald mit derzeit rund 330 erfassten Hähnen die einzige kopfstarke Population von Auerhühnern außerhalb der Alpen. Um diese Population langfristig sichern zu können hat das Land Baden-Württemberg gemeinsam mit Jägern und anderen Beteiligten 2008 einen “Aktionsplan Auerhuhn” erarbeitet.

Bild Auerhahn (Fotos Erich Marek)

Der Aktionsplan Auerhuhn definiert sechs Handlungsfelder, darunter das Handlungsfeld Jagd. Es zielt darauf ab, das langjährige Engagement der Jägerschaft beim Schutz der Raufußhühner zu erhalten und zu stärken. Die Jäger im Landesjagdverband Baden-Württemberg arbeiten seit vielen Jahrzehnten im Auerwildschutz, in den Hauptverbreitungsgebieten gibt es deshalb die Auerwildhegeringe Calw und Freudenstadt und die Auerwildhegegemeinschaft im Regierungsbezirk Freiburg (AHG). Zu deren wichtigsten Aufgaben gehören die die jährlichen Bestandserhebungen durch Balzplatzzählungen und die vollständige Verbreitungskartierung in 5jährigem Turnus als solide Datengrundlagen aller Schutzbemühungen

Wesentlicher Bestandteil des Handlungsfeldes Jagd im Aktionsplan ist die Förderung der Bejagung der wichtigsten Prädatoren des Auerwildes, Haarraubwild (Fuchs, Dachs, Marder) und Schwarzwild, die in den letzten Jahren stark zugenommen haben.

Zwei Auerwildhegeberater (je einer im Nord- und Südschwarzwald) beraten die Jäger drei Jahre lang in allen Fragen der Prädatorenbejagung, führen Fortbildungsveranstaltungen durch und helfen bei der Balgvermarktung. Gesetzliche Beschränkungen der Fangjagd, Wertverlust von Bälgen, Zunahme von Störungen und die Beschränkung der Schwarzwildkirrung haben dazu geführt, dass die Jagdausübung auf die Prädatoren des Auerwildes erschwert wurde und das Interesse der Jäger an der Raubwildbejagung abgenommen hat. Dieses Interesse wieder zu wecken und zu fördern ist die Hauptaufgabe der Auerwildhegeberater Johann Belsch und Dieter Geiger, die beide Schwarzwälder sind, erfahrene Fuchsjäger, Kenner des Auerwildes und der speziellen jagdlichen Verhältnisse im Schwarzwald.

Bild Fallendemonstration (Fotos LJV BW):Die Hegeberater organisieren Infotage zur Fuchsbejagung, hier wird das Stellen einer Betonrohrfalle gezeigt.

Seit Mai 2009 haben sie in allen Kreisjägervereinigungen, bei den Kreisforstämtern, Kreisjagdämtern und Wildtierbeauftragten ihre Arbeit vorgestellt und überall erste Initiativen angestoßen. Sie haben Sponsoren gewonnen, Kontakte zu Kürschnern und Pelzverarbeitern geknüpft und die wissenschaftlichen Arbeiten der Universität Freiburg und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt zum Auerwild begleitet. Sie führen direkte Beratung in den Revieren vor Ort durch, informieren bei Versammlungen von Hegeringen, Kreisjägervereinigungen und Auerwildhegeringen und bieten mit ihren Kenntnissen und Kontakten zu Behörden, Firmen oder Institutionen den Revierinhabern auch direkte Hilfe an.

Die seit einigen Jahren leicht ansteigende Population beim Auerwild im Schwarzwald soll durch die Maßnahmen der Jäger, insbesondere eine effektive Prädatorenbejagung auch in geschlossenen Waldgebieten, stabilisiert werden. Angesichts der erwarteten Folgen des Klimawandels und seiner Auswirkungen auf die Wälder im Schwarzwald eine große Aufgabe, die sich aber lohnt, weil mit der Erhaltung des Auerwild als Leitart viele andere seltene Arten der Hochlagenwälder und Moore ebenfalls unterstützt werden können.